intro beschreibung skizze detaillierte ansicht ROPE augustin vorhaben/mitarbeit
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erste diplom 2003





Intro - more real than real

Es handelt sich um eine Rauminstallation, näher betrachtet ist es eine Raum-in-Raum Installation. In dem Cube befindet sich ein virtueller Raum durch welchen sich der Betrachter frei bewegen kann.

Es ist eine interaktive Installation, denn der Betrachter wandert durch die virtuelle Welt mittels seiner eigenen Bewegung. Das audiovisuelle Geschen spielt sich im Inneren des Cubes. Es ist eine Art Guckkasten, mit einem kleinen Fenster (Display) zum Reinschauen. Ton kommt durch den Kopfhoerer, bzw. kann in den Aussenraum uebertragen werden.

Es ist ein Versuch, die Art des Erlebens, die Konstruktion des Raumes, das blosse Raumerleben zu erweitern.

Die Bewegung, Navigation, Sinneswahrnehmung zu erwetiern, die Art des audio/visuellen Erlebens neu zu definieren.




Beschreibung

Um die "Welt" im Inneren des Cubes zu erleben und zu erforschen, ist es notwendig das Cube in dem realen Raum zu bewegen, am besten durch schieben oder ziehen. Man muss das Cube quasi spazierenfuehren. Die reale koerperliche Bewegung wird in das Innere des Cubes uebertragen,wird umgesetzt und der Betrachter bekommt die Moeglichkeit eine neue "Welt" zu erleben. Diese wird in Echtzeit generiert und auf dem Display dargestellt. Gesteuert durch Bewegung des Betrachters (samt Cube).




die Grundidee
im Laufe meines Studiums (Klasse fuer Digitale Kunst, Uni fuer Angewandte Kunst, Prof. Weibel/Dudesek/Fuerstner) habe ich immer wieder versucht ein Geraet, oder ein Interface zu schaffen mit dem man die Realitaet anders wahrnehmen koennte, die vorhandene Umgebung anders umsetzen, mit der Wahrnehmung zu spielen. Das Grundprinzip des Cubes wuerde einem Sonar, Radar, einem Metalldetektor, entsprechen, einem Geraet womit man sozusagen "eine andere Sicht der Dinge bekommt". Eine umgesetzte Sicht, bzw Darstellung. Ich habe mich mit der Idee einer Rauminstallation zum Thema Minenfeld beschaeftigt, dabei habe ich das Grundkonzept der Navigation ausgearbeitet und die technische Umsetzung realisiert.


technische Loesung
- audio/video-Generierung in Echtzeit

Fuer die visuelle Darstellung und Audioberechnungen, habe ich mich entschlossen mit der Engine des 3D Videospieles UnrealTournament zu arbeiten. Zu diesem Zweck gibt es einen Editor in dem man verschiedene 3D Welten schaffen kann. Im Grunde genommen, produziert man ein Level das mit dem besagten Spiel zum Laufen gebracht wird. Meine bisherigen Arbeiten mit dieser Technologie hatten allesamt keinen spielerischen Charakter, ich habe, wie viele andere Installationskuenstler, mich der Technologie die in diesem Spiel verwendet wird, bedient.

die Steuerung
- Problemstellung

Um die Bewegung eines Menschen im Raum zu erfassen und diese in fuer den Computer brauchbare Daten umzuwandeln, gibt es mehrere Trackingsysteme die man einsetzen kann. zB. mit einer oder mehreren Cameras (bzw verschiedene Sensoren) den Raum abtasten und die gewonnen Daten so bearbeiten, dass sie von dem naechsten Prozess weiterverwendet werden koennen. Das Nachteil sind grosse technische Anforderungen - mehrere Cameras/Sensoren in Verbindung mit einem Computer zum Auslesen der Daten, weiters bedarf es eigens programmierten Software die die Daten verarbeiten und vorbereitet an einen weiteren Computer zum Audio/videogenerieren schickt. Da ich von Anfang an mit der UnrealEngine arbeiten wollte (wegen dessen audio/video Faehigkeiten), waren technische Vorgaben seitens des Programms zu befolgen - es kann nur Maus- und Tastaturbefehle annehmen. Mit einer Umsetzung mit einem Trackingsystem muesste das Trackingsstem die Bewegungen eines Menschen abtasten und dann fuer die am zweiten Computer laufende UnrealEngine in passende Maus/Tastatursignale umwandeln muessen. Noch dazu koennten diese nicht ueber Netzwerk sondern muessten real an die Aussenanschluesse des Rechners mittels Kabel erfolgen (!) (genauso wie es eine Maus obzw Tastatur an den Rechner liefert).








- die Loesung

Die Loesung mit einem Trackingsystem waere sehr teuere und technisch sehr anspruchsvolle Loesung, und da an die UnrealEngine eine Maus direkt angeschlossen werden kann, habe ich diesen Weg ins Auge gefasst - nur wie kann man eine Maus dazu verwenden um die Positionsdaten eines Menschen zu gewinnen? Nach ein paar Experimenten, war die Loesung gefunden - wahrscheinlich die groesste analoge Maus.
Zu diesem Zweck habe ich eine Trackballmaus (anstatt die Maus an der Tischoberflaeche zu bewegen, ragt an der Maus eine grosse Kugel, und durch das drehen dieser Kugel wird der Cursos bewegt) in Verbindung mit einem grossen Gummiball verwendet - der Ball ist im Inneren des Cubes eingebaut und durch das Schieben des Cubes dreht sich dieser. Oberhalb des Balles, an der Unterseite der Zwischenplatte (siehe Skizze) in Inneren des Cubes ist die Trackballmaus angebracht. Der Ball beruerht die Kugel des Trackballmaus, und wenn der Cube in Bewegung gesetzt wird, wird synchron die Bewegug weiter an die Maus gegeben und wird sofort in UnrealEngine gelesen.

zum vergroessern der skizze, draufklicken:

detaillierte ansicht (reihenfolge von links nach rechts)




Mittels dieser Konstruktion laesst sich die Bewegung problemlos tracken und die zurueckgelegte Strecke in beiden Raeumen (real und virtuel) lassen sich in UnrealEngine miteinander synchronisieren. Die UnrealEngine laeuft auf einem PowerBook G4 (dieser befindet sich unter der Abdeckplatte, siehe Skizze). Die generierten Bilder werden mittels Video-Out (analoger Ausgang) an das 5-Zoll LCD Display via Kabel weitergegeben. Sound wird an den kabelosen Koepfhoerern empfangen.












ROPE - erste Diplompruefung
Im Jaenner 2003 habe ich meine erste Diplompruefung (Prof. Weibel/Fuerstner) mit dem Cube gemacht - Cube + Rope.

Rope ist ein Film von Alfred Hitchcock (1948) http://imdb.com/title/tt0040746/ deutscher Titel lautet "Ein Cocktail fuer eine Leiche"

tagline: "murder is a crime for the most man, but a privilege for the few"

2 junge Maenner, aus gehobenen Gesellschaftskreisen, Harvard-Studenten, bringen ihren Kollegen um, und zwar aus purer Neugier und teilweise Boeshaftigkeit, untermauern es jedoch mit einer quasi intellektueller, philosophischer Auseinandersetzung mit dem Toeten. Dieses wird ja auch das Thema der anschliessend in der Wohnung des Ermordeten stattfindenden Party bis die Geschichte zum Schluss von ihrem Professor an das Tageslicht herausgekitzelt wird.

Dieser Film wurde zur Gaenze in einer Wohnung gefilmt, fast immer nur in einem Zimmer. Ab und zu faehrt die Kamera in die anderen Raeume, die Perspektive aendert sich aber kaum.

Es hat mich fasziniert dass alles in einem Zimmer, in einer Art Schachtel stattfindet. Und in der Mitte des Zimmers liegt das Geheimnis - in dem grossen hoelzernem Buecherkasten liegt die Leiche des Ermordeten.





In meiner Arbeit habe ich Fragmente aus dem Film verwendet, collagenartige Zusammenstellung einzelner Bilder und Personen sind als Texturen an die Waende des virtuellen Raumes angebracht. Am Anfang steht man in einem Korridor, (aehnlich wie das Setting im Film) und an den Waenden sieht man diese Bilder, und leise hoert man verschiedene Dialoge aus dem Film. Man muss naeher an die Bilder herankommen, da sind die Gespraeche lauter. Jedoch ist der virtuelle Raum, verglichen mit einem realen Raum, riesengross, die Dimensionen entspraechen einer grossen Lagerhalle, die Hoehe der Waende waere ca. 15 Meter. Aus der urspruenglichen Entfernung sind Bilder sehr deutlich wahrzunehmen, die Gespraeche jedoch nicht. Man geht naeher ran, die Gespraeche werden lauter, aber die Bilder werden immer undeutlicher, den man sieht immer einen kleinerwerdenden Ausschnitt der Grossansicht, man erkennt einzelne Pixel im Bild.

Das Bild wird durch Ton ausgeloescht. Und vice-versa


aehnlich den Raeumlichkeiten aus dem Film, gestalltet sich auch der Raum im Inneren der Kiste . siehe Skizze:





die umsetzung:


Video (auf der CD vorhanden)
Videooutput (das was der Betrachter im Display sehen kann)



WATCH THE MOVIE ! ! !
see the action!




Videodokumentation der Vorfuehrung (meine erste Diplompruefung)
WATCH THE MOVIE ! ! !
erste Diplompruefung, kein Sound